100 kleine Heimatforscher im Klafelder Heimathaus am Sohlbach

 

Vier Schulklassen der Geisweider Grundschule besuchten kürzlich das Haus Heinbach in der Sedanstraße. Die Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins Hüttental, Traute Fries, begann die Führung bei der Schautafel, die von Schülern der Geschwister-Scholl-Schule angefertigt wurde. Sie zeigt den Plan des Klafelder Grenzgangs, alte Fotos und schöne Aussichten. Gedanklich verfolgten die Kinder den Verlauf des Sohlbachs von Buchen, vorbei am Klafelder Markt zum Birlenbach über die Ferndorf, die Sieg und den Rhein bis in die Nordsee. Ein altes Foto zeigte eine Hochwassersituation am Heimathaus vor Jahrzehnten. Dass es heute nicht mehr zu solchen Überschwemmungen komme, liege am riesengroßen Regenrückhaltebecken unter dem Klafelder Markt. Die Schüler schauten sich das restliche Ensemble der Fachwerkhäuser der Sedanstraße an. Eine Schülerin las den Segensspruch in alter Schrift und schwer verständlichem Deutsch vor. Traute Fries stellte das Modell der 1959 abgerissenen Marktschule, den Schmiedehammer und die kleine Gießpfanne vom Geisweider Stahlwerk vor. Die Wasserpumpe konnte leider nur am ersten Tag der Führungen von einem Schüler bedient werden, am nächsten Tag war sie eingefroren. Im Haus wurden der tiefe Brunnen und die von Uhrmachermeister Friedrich Piwowarski restaurierte Turmuhr aus dem Jahr 1570 bewundert. In der „guten Stube“ erzählte Frau Fries von der Geschichte des Hauses, vom früheren Leben, aber auch von der Erneuerung in den Jahren von 1988 bis 1994. Sie erklärte das Klafelder Wappen mit dem Hüttenmann Frieder und dem „Monte Schlacko“ im Hintergrund und vergaß auch nicht seinen Kollegen, den Bergmann Henner. Auf dem historischen Foto vom Haardter Hammerwerk konnte sie den Schülern ihren Urgroßvater Karl Fries, Friedrich August Tofaute als Hüttenleute und den Steuerjungen Keul vorstellen. In den oberen Heimatstuben waren allerlei Gegenstände und Gerätschaften aus Haus-, Land- und Haubergswirtschaft zu sehen und ihre Funktion zu beschreiben. Wie schwer die alten Bügeleisen sind, davon überzeugten sich die Schulkinder selbst. Mit dem alten Essgeschirr, dem Henkelmann, konnten sie gar nichts anfangen, ebenso mit den Wärmflaschen. Die Milchkanne und die Wärmflaschen, so erzählte Frau Fries, sind nach dem Krieg aus den verbliebenen Aluminiumblechen, die für den Raketenbau waren, angefertigt worden. Auf dem „Ollern“ konnten ein paar „Gefacher“ mit der früher üblichen Füllung von Weidengeflecht und dem mit Strohhäcksel gemischtem Lehm gezeigt werden. Das Ortschild „Klafeld“, das Schild „Gemeinde Geisweid“ werden hier aufgehoben. Auf großes Interesse stieß der Schutzhelm mit dunkler Brille aus dem Stahlwerk. Er trägt noch die Aufschrift „Südwestfalen“. Viele Schüler und Schülerinnen setzten ihn auf. Einige Väter von ihnen, sind auch heute noch im Geisweider Stahlwerk beschäftigt. Zur Erinnerung an den Besuch erhielten die Schüler und Schülerinnen die restlichen Exemplare der Festschrift zur 925-Jahrfeier, die die Arbeitsgemeinschaft der Vereine Klafeld-Geisweid-Dillhütten 2004 herausgegeben hatte.

Traute Fries